Montag, 26. Dezember 2016

Tutorial - Sandwichtechnik - Am Beispiel eines Visitenkartenetuis - Teil 3

Im letzten Teil wird nun die Naht vorbereitet.

In diesem Fall gibt es da jedoch eine Besonderheit.

Das Werkzeug durchdringt nicht alle Lederschichten, deshalb schlage ich es so 

weit wie möglich ein, um die Löcher später noch einmal mit einem Bohrer aufzubohren.

Ein kleiner Tipp zum Lochen:

Je dicker die Lederschichten sind, die ihr Lochen wollt, umso schwerer

ist es das Werkzeug wieder aus dem Leder heraus zu ziehen.

deshalb nehmt lieber ein Werkzeug mit wenig Zinken.

Das erleichter einiges.



Wie schon oben erwähnt werde ich die Löcher einzeln nachbohren müssen, da

die Lederschichten zu dick sind.

Das hat aber noch einen weiteren Vorteil, mit der Wahl des 

richtigen Bohrers erleichtert es auch das spätere Nähen.

Also passe ich das Bohrloch an meine Nadel an, sodass die Nadel leicht durch das

Lederpaket geht.

Ich nutze zum aufbohren meine Standbohrmaschine.

Hierfür habe ich mir eine Fürhrungsschiene hinter dem Lederwerkstück befestigt,

damit der Randabstand imm gleich bleibt.


Nach dem Bohren sieht es dann so aus, und ich kann mit dem Nähen beginnen.


So sollte es aussehen. Die Naht ist sauber in der Rille verschwunden, und dank der Bohrungen 

war das Nähen kein Problem.


Jetzt könne die Kanten geschliffen und versiegelt werden.


Das Etui ist fertig.






In meinem Fall werde ich das Etui noch auf einen Ständer leimen, damit es in 

Zukunft als Blickfang auf eine Verkauftresen stehen kann.

Dafür wird kurz in der Werkstatt ein Stück Eichenholz zurechtgesägt



Geschliffen, geklebt und mit Öl verdelt.


Und das ist dann das Endergebnis.

Fehlen nur noch die Visitenkarten !!!





Samstag, 24. Dezember 2016

Tutorial - Sandwichtechnik - Am Beispiel eines Visitenkartenetuis - Teil 2

Nun ist es an der Zeit aus dem Deckel ein Stück herauszuschneiden,

damit die Visitenkarten auch bequem entnommen werden können.

Eine Lochschablone ist für solche Dinge ideal.


Mit dem Skalpell wird das Stück heraus geschnitten.


Und der Deckel darf kurz Probeliegen.


Jetzt muss ich den Deckel schon mal für das Färben und die Naht vorbereiten.

Die Ecken werden kurz kastriert...


Die Kanten gebrochen....


... und schließlich mit dem Schwamm gefärbt.

Nicht zu naß, da ich das Logo nicht ertränken wollte.

Hie sieht man, daß die tiefer liegende Prägung hell geblieben ist.


Nun wird die Rille für die Naht gezogen.


Sieht gar nicht soooo doof aus.


Die Rundung des Ausschnittes kann nun poliert werden, da später kein

Platz dafür ist.



Die Rückseite wird nun zum verleimen vorbereitet.


So sieht das gute Stück nach dem letzten Leimvorgang aus.


Die Ecken werden angepasst.


Und rund herum einmal mit dem Dremel alle Schichten

auf einen Level bringen.

Das geht natürlich auch mit dem Schleifpad.



Donnerstag, 22. Dezember 2016

Tutorial - Sandwichtechnik - Am Beispiel eines Visitenkartenetuis - Teil 1



In diesem Tutorial soll zeige ich am Beispiel eines Visitenkartenetuis,

wie Lederkanten interessant gestaltet werden können.

Ich werde zeigen, wie ihr die Seiten eines dickeren Lederwerkstückes in einer

Sandwichtechnik anfertigen könnt.

Für dieses Etui habe ich ein ca 2mm dickes Blankleder gewählt, da das

Etui ausreichend Stabilität haben soll.




Zuerst einmal muss natürlich das Leder zugeschnitten werden.

In diesem Fall benötige ich ich einen  Boden, mehrere Lederstreifen für die

Sandwichlayer und einen Deckel.

Ich fertige die Sandwichlayer absichtlich aus Lederstreifen, da ich zeigen möchte,

das auch mit Lederresten sehr gut gearbeitet werden kann.

Natürlich könnteich diese Zwischenschichten auch in einer U-Form anfertigen, doch der

Verschnitt währe sehr groß, und für diese Art Werkstück nicht notwendig !





So sieht das Ganze nach einem groben ersten Zuschnitt aus.

Deutlich sind die Streifen der Sandwichschichten zu sehen !


Nun werde ich auf den Deckel mein Logo einprägen, dazu feuchte ich das Leder an und warte bis es 

seine natürliche Farbe wieder bekommen hat.

Ein Prägevorgang auf zu nassem Leder ergibt unschöne Ergebnisse. 


So sieht es nach dem Prägen aus. 

In diesem Fall habe ich es einfach mit dem Hammer eingeschlagen.

Wer eine kleine Presse hat kann es idealerweise auch damit machen.


Als nächstes schleife ich von den Streifen die glatte Seite an, um sie für

das verleimen vorzubereiten.



Eine Schicht soll in einem dunklen Blau gefärbt werden.

Hierfür färbe ich die Streifen ein.

Wichtig ist ein satter Farbauftrag, damit das Leder sich auch mit Farbe vollsaugt.

Das ist notwendig, damit später beim Kantenschleifen nicht die komplette

Farbe wieder abgetragen wird.


So sehen dann die geschliffenen und gefärbten Streifen aus.


Nun geht es ans Leimen, und natürlich muss der Boden auch zuerst angeschliffen werden.


Leim wird, wie immer, beidseitig aufgetragen...

...und unter Druck beide Lederteile miteinander verleimt.

Etwas sanfte Gewalt mit dem Hämmerlein schadet nicht.


Hie seht ihr die blaue Zwischenschicht.

Kurz Anschleifen und die zweite Schicht kann aufgeleimt werden.


Pressen hilft auch beim Leimen !


Hie wird deutlich, daß ich die Streifen im Versatz verleimt habe.

Also eine Lange Bahn über eine kürze darunterliegende.

Ähnlich wie beim Mauern mit Steinen... da liegen auch nicht die Steine einfach aufeinander,

sondern werden versetzt angeordnet.

Das erzeugt Stabilität.


Fertig verleimt sieht es dann so aus.